Samstag, 29. Mai 2010

Gloria in Excelsis Deo

Da schaue ich tatsächlich einmal über mein Blog und muss feststellen: derbe pathetisch. Ganz schön triefend, tropfend und taumelnd. Dann denke ich an die letzten Wochen und finde: die waren auch genau das. Bedeutungsschwanger, heftig, viel. Manchmal ein bisschen weltfremd, lebensfern, seltsam. "Weird" finden wir meist alles, aber auf gute Weise (der Betonung werden wir niemals müde). Dazu Dauer-Gesichts-Muskelkater, da das Grinsen nicht verschwinden mag. Ein biologischer Rhythmus, der sich auf drei Stunden Schlaf pro Nacht eingestellt hat, damit aber völlig zufrieden scheint ob der ständigen Angst, den Zirkus vor der Zimmer- bzw. Haustür zu verpassen. Ein bisschen wie: Kindsein. Lachen und Schreien gleichzeitig (die Welt muss uns hören!), Klingelputzen mitten in der Nacht, wegen schlechten Benehmens aus einem Café geworfen werden, ganz oft verschmitzte Blicke von Passanten (zurecht!). Und am besten: Rotwein im Park. Barfuß. Voll mit Gras- und Schokoladenflecken. Dem Fremden mit der Weinflasche in der Hand sagen, wie gern man ihn hat. Und es auch meinen. Die Sandreste vom Strand noch in den Ohren.
Peter Handke allgegenwärtig.

Als das Kind Kind war,
fielen ihm die Beeren wie nur Beeren in die Hand
und jetzt immer noch,
machten ihm die frischen Walnüsse eine rauhe Zunge
und jetzt immer noch,
hatte es auf jedem Berg
die Sehnsucht nach dem immer höheren Berg,
und in jeder Stadt
die Sehnsucht nach der noch größeren Stadt,
und das ist immer noch so,
griff im Wipfel eines Baums nach dem Kirschen in einem Hochgefühl
wie auch heute noch,
eine Scheu vor jedem Fremden
und hat sie immer noch,
wartete es auf den ersten Schnee,
und wartet so immer noch.

Als das Kind Kind war,
warf es einen Stock als Lanze gegen den Baum,
und sie zittert da heute noch.

In zwei Monaten ist der Spuk vorbei. Dann ein neues Land, neue Menschen, neue Sprache, neue Kultur. Eine Aufgabe. Erwachsenwerden, vielleicht Erwachsensein.
Gestern nach zuviel Wein die Theorie vom Leben als Grashüpfer aufgestellt (wieder pathetisch?). Nüchtern bleibe ich dabei: nur springend, geradeso ankommend, sich mit riesiger Angst im letzten Moment festklammern. Nur um dann wieder weiter zu hüpfen. So wird das laufen.

Donnerstag, 20. Mai 2010

Bratkartoffeln mit Mango

Schmecken vorzüglich. Besonders morgens um fünf. Die Mango in Stücke schneiden und ganz normal mit den Kartoffeln braten. Dazu zermantschte Rosinen, Trauben, ein paar Gewürze und fettige, undefinierbare grüne Soße. Herrlich.

Sonntag, 16. Mai 2010

Diskurs 1: Heimat

Als ich im April auf dem Weg nach Hohenhausen im Zug von Leipzig nach Frankfurt saß, wurde ich Zeuge einer kuriosen Unterhaltung. Ein älteres Ehepaar, beide weit über 80, sprach über das gemeinsame Leben: die Kinder, die Krankheiten, das lange Leben, das bereits hinter ihnen lag. Man möchte meinen, im eigenen, kurzen Leben bereits tausender solcher Gespräche teilhaftig geworden zu sein. Ganz recht, doch dieses eine Mal hörte ich die ganzen vier Stunden gespannt zu. Der ältere Herr stammte aus Dresden, das musste er gar nicht sagen, ein Satz reichte zur geographischen Verortung. Seine Gattin dagegen war gebürtige Kölnerin, erwähnte dies auch stolz in sehr regelmäßigen Abständen. Beide sprachen so stark ausgeprägten Dialekt, dass ich Mühe und Not hatte, sie zu verstehen. Sie schienen seit den 50er Jahren in Köln zu leben, der Mann sprach aber noch derberes Dresdnerisch als ich es während meiner drei Jahre in der Stadt je gehört hatte. Die Tochter der beiden lebte mit Familie in Köln, der Sohn mit Frau und Kindern in Dresden. Seit der Wende pendelte das Rentnerpaar nun beständig zwischen beiden Städten hin und her, verfügte scheinbar ferner bei beiden Kindern über eigene Räumlichkeiten, war an beiden Orten zu Hause. Herrlich die Wortwahl der beiden: Sie sprachen beständig von "zu Hause", "drüben" und "bei uns", meinten aber genauso beständig niemals die gleichen Orte. Dresden und Köln, Ost- und Westdeutschland.

Auf dieser Zugfahrt stattete mir dann also ein alter Bekannter - ein recht zermürbter und verlebter Zeitgenosse - einen Besuch ab. Er ist seitdem bei mir und wird mich, glaube ich, so schnell auch nicht wieder verlassen. Kennen gelernt haben wir uns im ersten Semester in Dresden, genauer in meiner ersten Studienwoche: Ich saß mit einer Kommilitonin etwas angetrunken nachts in der Straßenbahn. Sie berichtete von ihrem Aufwachsen mit zwei Sprachen, zwei Kulturen, zwei Lebenswelten. Und machte mir sofort klar, dass ich als Deutsche ohne Migrationshintergrund, ohne doppelte Staatsürgerschaft, niemals verstehen könnte, welche Bedeutung das Wort Heimat wirklich habe. Von da an habe ich meine nervenaufreibende, zermürbende, unangenehme Auseinandersetzung mit dem Heimatbegriff durch mein Studium geschleift und gezerrt. Meine Bekanntschaft musste überallhin mit: in Vorlesungssäle und Cafeterien, zu Podiumsdiskussionen und studentischen Besäufnissen, vorbei an Erasmus-Parties (an denen wir beide jedoch nie teilnahmen) und durch alle Dreckslöcher, Pfützen und Unwetter hindurch. Das hat ihn abgehärtet, will ich meinen. Er hat Ecken und Kanten, ein richtiges Profil bekommen. Er hat Erfahrungen gemacht und sich weiter entwickelt.

Während der Studienzeit kamen dann immer wieder Denkanstöße, Versuche einer Bestimmung, einer Eingrenzung des Heimatbegriffs. Ich selbst definierte den Begriff einer Lehrkraft gegenüber mal als Sozialisation in einem bestimmten Umfeld. Bullshit. Ist doch viel zu wenig.

Als mein Bekannter an diesem Nachmittag im Zug wieder vor mir stand, da war es wie mit 18 Jahren nachts in der Straßenbahn in einer neuen Stadt. Nach fast vier Jahren habe ich keinen leisen Schimmer, wie ich ihm die Sache mit der Heimat verklickern soll. Die letzten drei Wochen haben die Sache nicht wirklich besser gemacht: ich fühle mich sauwohl, bin tatsächlich ANGEKOMMEN. Springe hin und her zwischen den Welten; Welten, die ich selbst nicht definieren, nicht einmal greifen kann. Schreie nachts ohne Angst sechzehnjährige Jungs an, die mir die Tasche stehlen wollen und drohe, ihnen die Fresse zu polieren. Beruhigt und guten Gewissens schließe ich die Tür hinter mir und freue mich auf meine Besenkammer, mein 3qm Reich, das mehr mein Zuhause ist als die wunderschöne Altbauwohnung, in der ich zwei Jahre gelebt habe.

Parallelen zu Gefühlen, Eindrücken und Gedanken der Londonzeit sind auffallend stark. Die Erfahrungen generell gleichen sich, sind nach diesen kurzen drei Wochen vielleicht noch stärker, differenzierter und - falls möglich - zu Teilen noch positiver. Mitbewohner, die ich seit gerade einmal zwei Wochen kenne und mit denen ich - auf Spanisch und Französisch wohlgemerkt - offener und ehrlicher spreche als mit jeglichen Mitbewohnern der gesamten Studienzeit. Natürlich, ich bin nur für einen begrenzten Zeitraum hier, bin frei und ungebunden; that helps. Dennoch: das warme Gefühl im Magen ist authentisch, real, wirklich da. Gestern nacht bin ich um fünf Uhr morgens mit einer Mitbewohnerin und einer gerade gemachten Bekanntschaft ausgiebig lachend und mit tausenden verschiedensprachigen Phrasen im Kopf nach Hause getorkelt. Zuvor hatte ich sechs Stunden lang selbstverständlich Englisch, Spanisch, Französisch und tausende andere Sprachen, die ich nicht beherrsche und die vielleicht nicht existieren, gesprochen, in jedem Satz Hunderte Fehler gemacht und mich dennoch zu Hause gefühlt. Zu Hause ist nicht die Heimat. Aber ein Stück davon? Und was ist mit Glück, Zufriedenheit, Erfüllung? Das ist alles da, jetzt in diesem Moment. Drei Worte, die vor Pathetik tropfen; man sollte sie vermeiden, wenn sich andere finden lassen. Aber die finde ich nicht. Alles ist gut, alles sollte so und nicht anders sein, ich kann gleichzeitig sein, was ich bin und, was ich sein möchte. Ein Teil meiner neuen Definition von Heimat. Hm. Mein alter Bekannter ist nicht zufrieden, knirscht die Zähne, hatte sich mehr erhofft.

Samstag, 8. Mai 2010

Das Boxhorn, das mich jagte

Eine Revision, eine gehörige: Nach exakt einer Woche Zusammeleben in diesem Babel'schen Hause nur soviel: das inbrünstige Pochen an vierzehn Türen hat saftige, tropfende Früchte getragen. Denn bereits einen Tag nach meiner verzweifelten Ankündigung, mich einer deutschen Trinkgemeinschaft anzuschließen, pochte es mindestens genauso wild gegen meine Tür. Ein fünf-sprachiges Kennenlernen in der Kneipe um die Ecke später war bereits klar: das wird, und zwar richtig. Sofern täglichen Spanischunterricht von einer herzallerliebsten Mitbewohnerin und ihren wunderbaren spanischen Freunden während der Mittagspause, eine polnische Ich-bin-der-fleischgewordene-Durazellhase-Mitbewohnerin, die keine Sekunde in diesem Treiben verpassen will und mit der man selbstvergessen schreiend auf dem ersten Festival des Jahres durch den Regen springen kann. Die zwei liebreizendsten französischen Mitbewohnerinnen, die tatsächlich jeden Morgen für Croissants und Pains-au-Chocolat sorgen, einen Marokkaner, den ich gern täglich einmal fest in den Arm nehmen möchte. Ferner eine Deutsche, die mir täglich durch Singen, Hüpfen und Grinsen den Tag versüßt und eine hohenhausener Modedesignerin, die gern seufzend bei einer Tasse Kaffee Londoner Luftschlösser mit mir bastelt.
In drei Minuten: kompletter WG-Ausflug in die Freilichtoper auf dem Grote Markt, Don Quijote. Nach fünfsprachiger Hutmacherkonsulatsbesichtigung heute freue ich mich jetzt herzlich auf noch mehr Bienenstock.
Egal, welche dümmlichen Empfänge und Gespräche zum Thema Hutmacherei in Hohenhausen vielleicht täglich stattfinden (an denen ich mich nur nicht mehr ganz so rege beteiligen werde): am Ende steht doch immer wieder dieses Haus, unser Haus, et c'est déja assez.

Freitag, 7. Mai 2010

Kulturschock

Jeden Abend Veranstaltungen. Alles für den Lobbyismus. Pardon, die Interessenvertretung. Ja, Hüte werden händeringend verlangt, sind in aller Munde. Und alle wollen ein Stückchen vom Hutkuchen abhaben.
Als Entlohnung für das Ertragen stinklangweiliger Stoffhändler, denen die Hutschnur im Hintern stecken geblieben ist (Zitat aus der Solidargemeinschaft: "Andere bekommen burn-out, aber ich bekomm hier jeden Abend bore-out"), gibt es ordentlich gutes Essen und kräftig Alkohol. Beides zügig genossen wurde bis jetzt noch die steifste Veranstaltung ertragbar.
Nicht so heute Abend. Unter dem Motto "Poetry Slam" feierte eine wichtige deutsche Hutkrempen-Vertretung tatsächlich nicht sich selbst, sondern die Kultur, das Leben und die Jugend. Zwei Jugendliche mitsamt Migrationshintergrund und HipHop-Pseudonymen sorgten für erst eingefrorene, dann aber doch angenehm überraschte Gesichter. Die Poetry-Slammer verursachten einiges Zucken und peinlich berührtes Hüsteln im Saal. Doch nachdem der Schockzustand ob der Begriffe Fick und Schwanz überwunden war, wurden auch die Dichter von den altbackenen stocksteifen Hutträgern mit minutenlangem Applaus gefeiert.
Ein Bier, vier Portionen Nachtisch und einen ausgiebigen Schwatz mit den Künstlern später konnte ich mit wohlig-warmen Gefühl im Bauch den Heimweg antreten. Fast wie zu Hause.

Samstag, 1. Mai 2010

Wir sind Europa. Ab und an zumindest.

Am Dienstag war ich auf einem niederbayrischen Dorffest. Zum traditionellen Maibaumsetzen. Es gab lecker Brezeln, Kartoffelsalat, Weißwurscht und Weißbier, eine Blasmusikkapelle und jede Menge Menschen in Lederhosen bzw. Dirndl. Ganz recht, ich befinde mich immer noch in Hohenhausen. Sogar mitten in der Hutmachergilde. Dort finden scheinbar täglich Veranstaltungen dieser Art statt. Das braucht man hier, denn: wir sind zwar Kosmopoliten und wollen die ganze Welt mit unseren innovativen, nachhaltigen Kopfschmuck-Kreationen verbessern. Dazu muss natürlich international an der gleichen Hutschnur gezogen werden. Aber eigentlich...ja eigentlich ist man doch am liebsten für sich. Spricht am liebsten die eigene Sprache, isst und trinkt nur, was man kennt und verkehrt prinzipiell nur mit seinesgleichen. Auf nationaler Ebene ist so ein Verhalten vielleicht fast schon vorhersehbar. Aber, dass bis ins einzelne Bundesland, mehr noch: bis in jede einzeln vertretene Region vordringt, beunruhigt doch ein wenig. Am Ende schaut doch jeder nur, dass er den in Hohenhausen kreierten Hut in der Heimatregion gut vermarkten kann.
Leider eine Eigenheit, die sich durch alle Ebenen und Hierarchien zieht. Jeden Donnerstag nach der Arbeit treffen sich alle willigen Mitarbeiter der Gilde auf dem großen Hutmacherplatz zum Saufen. Ein schönes Bild eigentlich: Bei Wind und Wetter tausende lachende Menschen. Jedoch: feinst sortiert. So fand ich mich (seltsamerweise) bereits nach wenigen Minuten in einer Gruppe wieder, die, von mir abgesehen, ausnahmslos aus Hamburg stammte.
Nach anderthalb Wochen muss ich gestehen: Kommende Woche werde ich zu einem deutschen Stammtisch gehen. Nicht, dass die deutschen Hüte die besten wären, gar, dass ich sie vermisst hätte. Ich bin ja doch gern vor den heimischen Hutträgern geflüchtet. Nur: die anderen scheinen mich wirklich nicht zu wollen. Eine WG mit 15 Leuten (herrliche Wohnung übrigens, mein Zimmer auch fast einen halben qm größer als erwartet!) aus aller Herren Länder. Aber: die einzige, die heute bereit war, mit mir zu plauschen, war eine Deutsche. Von einem Franzosen und einem Italiener kamen gleich bittere Abfuhren. Das soll natürlich nicht zur Kapitulation verleiten. Morgen wird der gleiche Versuch mit einer Flasche Wein in der Hand gestartet. Und vielleicht mische ich ab übernächster Woche die französischen und italienischen Stammtische auf.
Dennoch: Weltoffenheit, Akzeptanz, Integration... sieht anders aus als in der multikulturellen Hauptstadt unseres Kontinents.

Sonntag, 25. April 2010

Inmitten der Elite

Nun also angekommen in Hohenhausen. Wer hier war, wird Hutmacher, ganz bestimmt. "Huch, Golo...möchtest du unter die Hutmacher gehen?" "Ich möchte etwas Sinnvolles tun. Etwas, das mir die Bestätigung gibt, an der Veränderung der Welt teil zu haben. Und die Hutmacherei ist ein weites Feld. Außerdem brauchen wir Hüte. Sie schützen vor Wind und Wetter. Ohne Hüte - ja wo kämen wir denn da hin?" So, oder so ähnlich. Auf jeden Fall: Verwirrung ist gut. Sie macht das Nachdenken zur unausweichlichen Kernaufgabe. Und damit sollte ich auf dem richtigen Weg sein.

Nach drei Tagen nur so viel:
Hohenhausen entspricht, obwohl ich zuvor niemals hier war, erschreckenderweise genau dem Bild, das ich von der Stadt hatte. Klein, hübsch (nicht zu verwechseln mit schön) und sich kunst- und kulturbewusst gebend einerseits. Piefig, dreckig und die krassesten sozialen Gegensätze ans Licht bringend andererseits. Am besten trifft es: künstlich. Nichts hier ist echt, nichts ist gewachsen, hat sich entwickelt, hat Zeit gehabt. Schade. Aber auch unglaublich interessant, diese künstliche Hutmacherstadt.
Alles hier dreht sich um die Hutmacherei. Die große Hutmachergilde, der Glaspalast auf dem Hutmacherberg, ist das Zentrum des sich kosmopolitisch gebenden Dörfchens. Die Armen, die die Gilde nie sehen durften und nie im Traum an eine Hutmacherkarriere glauben durften, hassen alles, was mit Hüten zu tun hat. Dass sie ohne die Hutmacher aus aller Welt noch schlechter dran wären, ist eine andere Sache.
Richtige Hutmacher kenne ich noch nicht. Doch prompt schon genug Anwärter. Die finden sich sofort in einzelnen Hördchen zusammen, fein sortiert nach Nationalität, einer stolzer als der andere über diverse Bildungs- und Praktikumsaufenthalte in Hutmachermetropolen auf der ganzen Welt, Begriffe wie Cambridge oder Yale bereits in die Begrüßung einbauend. Ferner gekleidet wie golfspielende Millionäre und sich gebend wie die Eltern eben dieser Golfspieler.
Kurzum fand ich auf meinem ersten Treffen mit zukünftigen Hohenhausener Hutmachergesellen erneut genau das Bild vor, das mir das Hirn zuvor vorschlug. Etwas langweilig, doch ich möchte nicht hochmütig sein. 60 Hutmacheranwärter auf einem Haufen müssen nicht als pars pro toto für die vielen Tausenden anderen stehen.
Ab nächstem Samstag wohne ich mit 15, tatsächlich aus verschiedenen Ländern stammenden Anwärtern zusammen. Ab dann also tiefere Einblicke in die Welt der Hüte. Ab Morgen auch der erste Tag in der Gilde. Mit Spannung und Freude erwartet, mehr noch als zuvor angenommen.
Ferner wohne ich momentan noch in einer Diskothek. "In" sei hier keinesfalls zu verwechseln mit "an, über, neben" oder ähnlichem. Das Wochenende gestaltete sich dementsprechend schlafarm, doch auch aufschlussreich: Nachdem der Schlüssel beim Türsteher gezeigt wird, darf man an der feierwütigen Müte vorbei, durch Bier- und Zigarettengestank (in Hohenhausen werden Richtlinien zum Nichtraucherschutz konsequent missachtet) sich den Weg zur Zimmertür bahnen. Beim Einschlafen das Gefühl man könne genausogut die Zimmertür offenlassen, Geruchs- und Lärmpegel seien der Gleiche.
Gut. Genug für den Moment.