Kann sie zumindest nicht sein. 40 000 Dollar Studiengebühren pro Jahr, 1500 Dollar Miete pro Monat, 200 Dollar pro Kursbuch, exorbitante Preise für Essen und alles andere, was den menschlichen Körper am Leben erhält. Nach nur einer Woche inmitten der selbsternannten Bildungselite behaupte ich frech, dass es das einfach nicht wert sein KANN. Jede einzelne Vorlesung kostet jeden Studenten mehrere hundert Dollar. Keine davon kann soviel Geld wert sein, nicht jede davon wird überhaupt wirklich gut sein. Und keiner beschwert sich. Ich wundere mich, warum die Studenten hier das 40fache meiner Studiengebühren zahlen (die ich ja selbst nicht einmal zahle, da sie mir erlassen werden) und die Kopien in der Bibliothek hier trotzdem noch dreimal soviel kosten. Wie das schlechte(!) Mittagessen acht Dollar kosten kann und trotzdem 30 000 Studenten lachend in überteuerter Merchandise-Klamotte ihrer Elite-Uni über den Campus stolzieren können. Ist jeder einzelne von denen reich? Das geht nicht bei der Dichte an überteuerten Super-Duper-Unis in diesem Land, denke ich. Heute morgen auf dem Weg zur Uni dann auch hinter mir: "For this year I still have the money. But for next year, I'll have to take a loan." Hm. Muss ein seltsamer Start ins Berufsleben sein mit gut 300 000 Dollar Schulden nach dem Masterabschluss. Aber wahrscheinlich sind das auch die Wenigsten. So wie die Masse an Pennern in San Francisco nichts zu fressen hat, fährt ein guter Teil der Studenten in Berkeley mit dem BMW Cabrio zur Uni.
Nach diesen wenigen Tagen schon finde ich das tatsächlich einfach nur schlecht und falsch. Natürlich: Bildung wird in den USA gewertschätzt, anders als in Europa. Aber wenn das der Preis dafür ist - nämlich 40 000 Dollar pro Jahr - dann sollten die Europäer vielleicht doch stolz sein auf ihre miesen PISA-Ergebnisse. Auch wenn Deutschland in verschiedenen Studien als eines der ungerechtesten Länder der Welt erscheint - das ist alles nichts gegen die Ungerechtigkeit, die dort herrscht, wo allein die Zahlungskräftigkeit über den gesellschaftlichen Erfolg entscheidet. Denn der Elite-Abschluss ist ja vor allem mit Prestige und Ansehen verbunden. Vielleicht sollte jeder in seinem Lebenslauf unter dem Studienabschluss angeben, wie er sein Studium finanziert hat.
ja, die gebühren für den einzelnen wirken, wenn man sie so aufgeschrieben sieht, extrem hoch. aber ich glaube nicht, dass sie in deutschland so viel niedriger wären, würde man transparent machen, was das hochschulwesen kostet.
AntwortenLöscheneine extrem simplifizierte beispielrechnung: vier professuren (je 5000 euro gehalt im monat), dazu acht mitarbeiter (je 2500 euro gehalt im monat), zwei sekretärinnen (je 1700 euro gehalt im monat).
das sind im jahr kosten von mehr als 5,2 millionen euro rein für das gehalt des personals. hat die fachrichtung 100 studierende (was vom betreuungsverhältnis so schlecht eigentlich nicht ist), müssten jeder davon 5208 euro studiengebühren pro jahr zahlen, um das gehalt des personals zu deckeln. da ist die bude, die im winter warm werden soll, noch nicht mal gebaut, da ist noch kein computer mit diverser software angeschafft, keine labors, keine tische, stühle, niemand säubert die räume oder füllt klopapiert auf - nichts.
die kosten von (forschung) und bildung sind real aber werden unter den tisch gekehrt, obwohl es dazu keinen grund gibt.
politiker gewinnen wahlen auch damit, dass sie bildung für jeden, der sie haben will, versprechen; bezahlt wird das von anderen. und falls der geldsegen aus steuern und abgaben für den bildungshaushalt nicht reicht, kann der staat kann ja glücklicherweise schulden aufnehmen, das können politiker ohnehin prima. sie müssen sie ja nicht abbezahlen. das macht die nächste generation. die ist ja gut (aus-)gebildet.