Montag, 13. Dezember 2010

if there's no one beside you when your soul embarks, then i will follow you into the dark

in genau zehn tagen werde ich mich freiwillig um 5.30 auf den weg machen - fort aus dem mösle, mit dem rucksack auf zum bahnhof. so gern ich dieses verschlafene nestlein auch mag - allen voran den kuhdung und das wiehern der pferde auf dem weg zur uni durch den wald - so geht doch nichts über das gefühl des aufbruchs; die fahrt zum bahnhof, das einsteigen in einen zug, fahren, weiter, bewegung, veränderung.

it seems farther than ever before
auch das ein gutes gefühl. heimat als ort ist nicht mehr da, umso schöner dann die rückkehr zu dem, wo mal heimat war. alte gerüche, stimmen, gewohnheiten, gedanken und dann ein schmunzeln über die zeit, die so rast. dieses mal ist es eine woche. wenn ich den rucksack wieder aufsetze, auf dem weg zum nächsten bahnhof noch einmal über die schulter schaue, werden sieben tage sein wie exakt einmal einatmen und ausatmen. im nächsten zug dann wieder das klamme gefühl: wieso das nur alles? das vergisst du immer wieder. wann sieht man sich wieder, in sechs monaten, in einem jahr? nein, nächstes jahr an weihnachten gar kein wiedersehen, also zwei jahre? absurd, zumindest in diesem moment. und dann? auch zwei jahre machen keinen unterschied. das leben geht weiter. die menschen bleiben aber doch. heiraten, kriegen kinder, leben in einem anderen land. und lachen noch immer über die selben witze, trinken das gleiche bier, freuen sich ehrlich, die freundin wieder zu sehen.

i've missed you a lot - das muss nicht gesagt werden und tut doch unendlich gut. werden wir uns nun alle für den rest unseres lebens vermissen? ein schönes gefühl, das wissen um die anderen. dennoch läuft es wieder auf das gleiche endziel hinaus: ankommen. mit jemandem, bei jemandem, teilen, teilhaben, abgeben. und der andere? kommt der am gleichen ort an, will der doch noch weiter? kann ich bleiben, will ich bleiben? bleibt die entscheidung? und der andere?

familie bedeutet so unglaublich viel, in schlaflosen nächten bisweilen auch alles. und kann dennoch nichts garantieren, nichts vorhersehen, nicht mal planen.
zehn tage vor der abreise wieder dieser schöne alte gedanke aus kindertagen: ein großes haus, eine alte villa natürlich. ein garten, ein see, neun freunde. kinderlachen, erwachsenenlachen, wissen um die ewigkeit. keine züge mehr.

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